Warum der Name ITALO SVEVO

  

Warum trägt das Institut den Namen ITALO SVEVO?
Italo Svevo:
  • ist das Symbol einer binationalen und bikulturellen deutsch-italienischen Identität gewesen.
  • Der Bilinguismus ist bei ihm Realität geworden.
  • Schon im Schulalter von 12 Jahren musste er seine Heimat verlassen, um in Deutschland eine Handelsausbildung abzuschließen.
  • Als Schule ehrt sich das Institut Italo Svevo, den Namen eines der großen italienischen Schriftsteller der klassischen Moderne zu tragen.
  • Wer war ITALO SVEVO
    Italo Svevo, eigentlich Ettore Schmitz, ist in Triest am 19.12.1861 geboren und in Motta di Livenza (Treviso) am 13.9. 1929 gestorben (Autounfall).
    Im Alter von 12 Jahren machte er die Erfahrung der Migranten und kam nach Deutschland, nach Segnitz, in die Nahe von Würzburg, um eine Handelsausbildung abzuschließen.
    Zurück nach Italien, wurde er Angestellter einer Wiener Bank in Triest, später Leiter eines eigenen Industriewerkes.
    Mehr als zwanzig Jahre reiste er als Handelsvertreter quer durch Europa, nach Frankreich, England und besonders nach Deutschland verreisen.
    Nach einer ersten Schaffensperiode als Erzähler (bis 1898), trat Svevo erst 1923 wieder literarisch hervor.
    Während sein Frühwerk – im wesentlichen die Romane „Una vita" (ein Leben) von 1893 und „Senilità" (Ein man wird älter) von 1898 stark vom französischen Realismus und Naturalismus (H. de Balzac, È. Zola) sowie der Philosophie von A. Schopenhauers beeinflusst ist, wirkten sich auf das Spätwerk „La coscienza di Zeno" (Zeno Cosini) von 1923 die psychologischen Erkenntnisse S. Freuds aus, mit denen sich Svevo seit 1908 intensiv beschäftigt hatte.
    J. Joyce, mit dem Svevo eng befreundet war, lenkte die Aufmerksamkeit der französischen Literaturkritiker auf Svevos Werk, das nahezu gleichzeitig (1925) in Italien von Eugenio Montale entdeckt wurde.
    Svevo übersteigt den schlichten Naturalismus seiner Zeitgenossen durch eine stark autobiographisch inspirierte, verhüllte Emotionalität. So entwerfen seine Romane Bedingungen von Möglichkeiten des Scheiterns zunächst aus der Sicht eines radikalen Pessimismus, dann aus derjenigen, einer, nur als Symbol verstandenen Wirklichkeit und schließlich aus der einer ironischen Demonstration der Beliebigkeit des Realen.
    Svevo, der schon in den 1920er Jahren als Vorläufer von M. Proust und J. Joyce erkannt wurde, gilt heute in seiner Abwendung vom italienischen Dekandentismo (G.D’Annunzio) neben Luigi Pirandello als einer er großen italienischen Autoren der klassischen Moderne.